Mein zweites Journaling Barcamp in Hamburg war wieder voller Ideen, Gespräche und kreativer Inspiration
Bevor ich in Hamburg ankam, gab es aber noch eine anstrengende Bahnfahrt. Was ausnahmsweise mal nicht an der Deutschen Bahn lag. Kurzfassung: der ICE wurde ausgetauscht, Sitzplatzänderung, kaputte Tür, es zog heftig, vor mir saßen zwei Herren, die anscheinend in Parfüm gebadet hatten, Atmen war anstrengend, nicht nur, weil mir meine Erkältung noch zu schaffen machte. Bei meiner Ankunft gab es dann immerhin reichlich frische Luft. Der Zug hielt außerhalb des Bahnhofs und ich durfte den Rest zu Fuß gehen. Dort wartete Kerstin von Kerstins Kartenwerkstatt auf mich. Mit Kerstin unterwegs zu sein bedeutet immer: wir laufen viel. Darauf bin ich schon immer vorbereitet. Das war auch diesmal so.
Im Hotel angekommen, haben wir unser Gepäck im Zimmer abgestellt und sind zum Treffen mit Heike von Frau Goethe liest gegangen. Abendessen, schnattern und ab zur Lesung. Janne Mommsen hat aus seinem Buch „Das Salz in der Luft“ vorgelesen. Ich hatte es gerade auf den Ohren, war also schon mitten drin in der Geschichte. Es war ein schöner Abend… Bis wir ins Hotel kamen. Dann wurde es lustig.
Unsere Zimmertür wollte uns nämlich nicht rein lassen. Dreimal hieß es: runter zur Rezeption und wieder zurück aufs Zimmer, dann öffnete uns ein Mitarbeiter die Tür. Und jetzt wurde es eben lustig.
Während ich mich ins Bad verdrückte, hatte Kerstin den Spaß ihres Lebens. Zwei junge Menschen, die versuchten eine Batterie zu wechseln. Die von der elektronischen Öffnung der Zimmertür. Es entbrannte eine Diskussion darüber, in welche Richtung eine Schraube zum Öffnen gedreht werden musste, welches Werkzeug und ob die Möglichkeit zum Öffnen innen oder außen ist. Lange Rede – kurzer Sinn. Es klappte nicht und wurde auf den nächsten Morgen verschoben.
Und da ging es plötzlich ganz fix. Die junge Frau an der Rezeption erledigte das, ehe wir so richtig mit unserem Frühstück begonnen haben.
Samstag – bekannte Gesichter, Vorfreude, Aufregung und ein Blackout
Auch in diesem Jahr fand das Journaling Barcamp in Hamburg wieder im Beta House statt. Die Location war mir also schon mal bekannt und viele Gesichter auch. Es fühlte sich an wie ein Nach-Hause-Kommen und Freunde wiedersehen. Als hätten wir uns nie getrennt.
Der Workshop mit Sünje Lewejohann war sehr interessant, obwohl ich nicht so der Gedichteschreiber bin. Aber zum Schreiben meiner Beiträge für den Blog und für Instagram war er trotzdem hilfreich. Mein Highlight an diesem Tag war Tanja Wehr. Allein ihre Art ist so mitreißend, dass ich an ihren Lippen hing. Sie hat mir gezeigt, ich kann doch zeichnen, obwohl ich immer das Gegenteil behaupte.
Wir haben den Abend mit einem Essen beim Italiener ausklingen lassen. Zu diesem Zeitpunkt war in meinem Kopf allerdings schon ein Blackout. Kennt ihr das, wenn ihr geistig so erschöpft seid, dass jeder Ton, jedes Geräusch zu viel ist? Genau so ging es mir. In meinem Kopf war nur noch ein Summen, wie in einem Bienenschwarm. Aber der Spaziergang zum Hotel reichte schon zum runterkommen. Einige Teilnehmer saßen im Hotel und warteten auf ihr bestelltes Essen. Wir haben ihnen noch etwas Gesellschaft geleistet. Aber dann bin ich doch ziemlich müde ins Bett gefallen.
Sonntag – die Freude hat die Erschöpfung besiegt
Auch der zweite Tag war voller Gespräche und Austausch. Art Journal, Sketch Notes und Visual Journaling. All das passte noch in meinen völlig überladenen Kopf. Aber irgendwann war trotzdem Sendepause. Ich habe das letzte Panel „geschwänzt“ und es mir mit einer Mitstreiterin und einem Kaffee in der Lounge gemütlich gemacht. Perfekt zum Runterkommen.
Der Abschluss des Wochenendes war wieder eine Tombola und ich bin jetzt stolze Besitzerin eines Moleskine mit gehäkeltem Einband. Es sieht toll aus und ich werde mir etwas ganz besonderes dafür überlegen.
Ausnahmsweise klappte auch alles mit meiner Rückfahrt und mein Mann konnte mich am Bahnhof in Empfang nehmen. Zu diesem Zeitpunkt rief mein Bett schon heftig.
Es war wieder ein ganz besonderes Wochenende. Und eines steht jetzt schon fest: Beim nächsten Journaling Barcamp bin ich wieder dabei. Ehrenwort.

Zum Abschluss hier noch ein Foto, wie wir uns alle am Sonntag gefühlt haben.
