Ich habe mal wieder meinen Instagram Account aufgeräumt. So richtig. Nicht dieses „ach, ich sortiere mal zwei, drei Leute aus“, sondern einmal komplett durchfegen.
Und wie das bei solchen Aktionen ist, im Kopf fühlt sich das total logisch an. In der Realität sitze ich dann da, klicke mich durch Profile und denke mir bei jedem zweiten Account „Will ich das wirklich machen?“
Ich habe gelöscht. Einige. Nicht alle. Und ganz ehrlich? Es fühlte sich gleichzeitig falsch und richtig an. Falsch, weil hinter jedem Account ein Mensch steckt. Richtig, weil ich schon länger das Gefühl hatte, dass irgendetwas auf meinem Account nicht mehr rund läuft.
Meine Reichweite war so eine Sache. Mein Feed auch. Und manchmal hatte ich den Eindruck, dass ich zwar scrolle, aber irgendwie nichts mehr wirklich bei mir ankommt. Selbst von den Bloggern, mit denen ich regelmäßig agiere, habe ich nichts mehr gesehen. Dafür jede Menge KI-Sch…, aber das ist ein anderes Thema.
Also habe ich angefangen aufzuräumen. Schließlich habe ich ja Urlaub und was soll ich da schon groß machen, lesen?
Warum mache ich das überhaupt?
Was das Löschen von Followern angeht, gibt es ja verschiedene Meinungen. Ich habe schon einiges dazu gehört. Von „Bis 1000 lasse ich die alle“ über „das bringt doch nichts“ bis zu „ich mache das auch ganz rigoros“.
Ich persönlich mache das jetzt regelmäßig, das heißt für mich monatlich. Eine ruhige Stunde auf der Couch und los gehts, einmal den Besen gezückt und Ordnung geschaffen. Inaktive Accounts (die schon seit über einem Jahr nichts mehr posten), stille Accounts, mit denen keinerlei Interaktion entsteht, private Konten, Accounts, die thematisch überhaupt nichts mit meinen Interessen oder meinem Content zu tun haben, fliegen mittlerweile konsequent raus. Das hört sich jetzt hart an, ist auch jedem selbst überlassen. Auch stille Leser sind wertvoll. Aber es gibt einen Unterschied zwischen „still“ und „still“. Wenn von einem Follower so gar keine Reaktion kommt, kein Like, kein Kommentar, nichts, dann darf er bitte gehen. Ich habe auch viele, die still mitlesen und sich eben wenig zu Wort melden, aber ein Like ist auch ein „hallo, ich bin da“. Das ist völlig ausreichend. Dazu muss man allerdings seinen Feed im Blick haben, um auch die „stillen Wortmeldungen“ zu sehen.
Mein Account beschäftigt sich mit allem, was mit Büchern, lesen, journaling und Bulletjournal zu tun hat. Da brauche ich keine Finanzcoachs oder Sportinfluencer oder diese Typen, denen in ihrem Land anscheinend die Frauen ausgegangen sind. Das hört sich jetzt vielleicht böse an, aber die haben keinen Mehrwert für meinen Account.
Ich habe das Gefühl, mein Feed zeigt mir nicht mehr das, was ich sehen will. Es kommen weniger Reaktionen auf meine Beiträge und immer öfter höre ich von anderen „das habe ich gar nicht gesehen“. Also habe ich mir angewöhnt mich besser zu organisieren und ab und zu zum Großputz zu schreiten.
So gehe ich mit meinem Instagram-Account um
Wenn ich einen neuen Follower bekomme, folge ich ihm nicht sofort selbst, es sei denn ich kenne ihn schon. Diese Accounts sehe ich dann bei mir als die, denen ich noch nicht selbst folge. Ich glaube, diese Funktion ist neu. Früher war das nämlich mühseliger. Diese Liste macht es einfacher für mich, später den Besen rauszuholen oder eben nicht. Das ganze hat aber auch Nachteile. Meine Follower schrumpfen, was mir eigentlich egal ist. In der Konsequenz habe ich aber in der letzten Zeit Probleme mit Akkreditierungen. Zuletzt bei der Buch Berlin, die ich seit ihrem Bestehen besuche und das immer mit einer Akkreditierung. Darum muss jeder für sich entscheiden, wie er das handhabt.
Ich habe für mich entschieden, das Bloggen ist mein Hobby und ich lasse mich davon nicht mehr stressen!
Außerdem habe ich einige Accounts abonniert, die regelmäßig über Updates und Veränderungen auf Instagram berichten. So bin ich immer up to date. Ein kleiner Insider-Tipp: Das kann auch ChatGPT für euch erledigen. Gebt ihm die Aufgabe, euch zu benachrichtigen, wenn es diesbezüglich Neuigkeiten gibt. Ich persönlich finde das sehr hilfreich.
Interaktion ist das Zauberwort. Ja, ich weiß es ist einfacher nur ein Like dazulassen. Aber ich selbst möchte auch Kommentare haben, darum muss ich es eben auch machen. Es ist eine Angewohnheit, die sich schnell verselbständigt. Seit neuestem ist es auch so, dass der Algorithmus weniger auf Likes als auf Kommentare reagiert. Accounts, die kaum eigenen Content produzieren und nur anderen teilen, werden jetzt auch weniger angezeigt.
Das alles sollte man im Blick behalten, wenn man auf Instagram unterwegs ist.
Welche Auswirkungen hat meine Putzaktion denn nun auf meinen Account?
Meine Engagementrate (zeigt wie gut die Interaktion auf meinem Account funktioniert) steigt. Ich habe mir angewöhnt, meinen Account nach meinen Putzaktionen zu beobachten und gefühlt stellt sich dieser Effekt innerhalb von 24 Stunden ein. Für mich bedeutet das, meine Beiträge werden der richtigen Zielgruppe angezeigt und sie reagieren darauf. Das ist gut, so will ich es haben.
Ich habe auch das Gefühl, dass sich danach mehr auf meinen Blog verirren. Ich habe es getestet in dem ich zu diesem Zeitpunkt einen Beitrag gemacht habe und auch ohne neuen Beitrag. Mit Beitrag ist der Effekt größer, was aber auch daran liegen kann, dass meine Follower über ihn benachrichtigt wurden.
Dieser Algorithmus ist für mich immer noch eine Black Box. Wenn ich denke, jetzt habe ich ihn verstanden, macht er wieder was komisches. Ich reagiere meistens nach Gefühl, mehr kann ich hier auch nicht empfehlen. Vielleicht bilde ich mir manches davon auch nur ein. Aber genau das ist das Verrückte an Instagram: Man fängt irgendwann an, jede Veränderung zu beobachten.
Wie läuft eure Beziehung mit dem Instagram-Algorithmus eigentlich so? Pures Chaos oder habt ihr den Durchblick? Erzählt mal. Ich bin neugierig
