Manchmal fällt die Entscheidung für ein Buch spontan. So war es auch hier. Ich brauchte für unser Silent Reading in der Buchhandlung noch etwas zum Lesen und war nicht gerade sehr entscheidungsfreudig. Dann fiel mir Louma von Christian Schnalke in die Hände. Eigentlich sollte es ins Regal und damit ich wusste wohin ich es sortieren soll, habe ich mir den Klappentext durchgelesen. Von da an ging es mir nicht mehr aus dem Kopf und am Abend war es dann einfach mein Buch.
Unser Silent Rading dauert immer knapp zwei Stunden und in dieser Zeit hatte mich die Geschichte schon völlig gefangen.
Ich fand den Ausgangspunkt sowohl alltäglich als auch ungewöhnlich. Das passt irgendwie nicht zusammen, aber so habe ich es empfunden. Der plötzliche Tod einer Mutter und die Frage: was passiert mit den Kindern. Vier Kinder von zwei sehr unterschiedlichen Vätern. Das war das, was mir der Klappentext verriet und mich so ziemlich neugierig auf die Geschichte gemacht hat.
Ich will nicht spoilern, aber die beiden Väter finden eine eher ungewöhnliche Regelung für die Kinder. Gerade diese Konstellation hat für mich den Reiz der Geschichte ausgemacht. Anfangs fragte ich mich immer wieder, ob das überhaupt funktionieren kann. Zwei Männer, die vorher nicht wirklich etwas miteinander zu tun hatten, sollen plötzlich gemeinsam Verantwortung für vier Kinder übernehmen. Doch genau daraus entstehen viele berührende, lustige und manchmal auch nachdenkliche Momente. Christian Schnalke zeigt sehr glaubwürdig, dass Familie nicht immer den klassischen Vorstellungen entsprechen muss. Manchmal entsteht sie genau dort, wo man sie am wenigsten erwartet.
Louma ist kein neues Buch, sondern eine Neuauflage, aber das macht ja nichts. Ich habe sogar gesehen, dass es auch eine Verfilmung gibt. Vielleicht schaue ich mir die auch einmal an, denn die Geschichte hat mich wirklich sehr eingenommen.
Christian Schnalke hat es geschafft, dieses Buch mit so viel Liebe zu füllen, ohne kitschig zu werden. Er hat mir gezeigt, dass Liebe nicht gleich Liebe ist. Jeder fühlt sie anders, jeder sieht sie anders und jeder geht anders damit um.
Besonders gefallen hat mir, dass die Geschichte trotz ihrer ernsten Ausgangssituation niemals bedrückend wirkt. Natürlich spielt die Trauer um den Verlust der Mutter eine wichtige Rolle, doch gleichzeitig gibt es viele warme, hoffnungsvolle und humorvolle Szenen. Dadurch entsteht eine angenehme Balance, die mich immer weiter durch die Geschichte getragen hat.
Dieses Buch ist sehr emotional, sehr humorvoll, aber auch eine gute Mischung aus Trauerbewältigung und ungewöhnlicher Familienzusammenführung. Jeder der Beteiligten wächst im Laufe der Geschichte. Die Kinder, die Väter und vielleicht auch ein kleines bisschen der Leser. Zumindest ging es mir so.
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| Autor: Christian Schnalke Titel: Louma Erschienen: Januar 2023 | Herausgeber: Kampa Verlag Seiten: 400 ISBN: 978-3-311150534 |
