Eine komische Frage, oder? Schließlich geht es hier auf meinem Blog genau darum, um Bücher.
Aber mein Motto für die Buch Berlin lautete ja schließlich Genuss und Entspannung und nicht Wie viele Bücher passen in meinen Koffer. Habe ich mich an mein Motto gehalten? Urteilt selbst …
Wie immer sind wir schon am Freitag angereist, um unsere Tradition, einen Verlag zu besuchen, fortzusetzen. In diesem Jahr haben wir uns zwar keinen Verlag ausgesucht, sondern eine Verlagsvertretung. Aber das Wort Verlag kommt ja darin vor, also zählt es. Für unsere kleine Gruppe war es nicht der erste Besuch dieser Art, aber ich fand, es war der entspannteste und lustigste bisher. Wir wurden liebevoll empfangen. Sie hatten sogar kleine Geschenke, Getränke und die leckerste Kürbissuppe der Welt vorbereitet.
Inmitten niedlicher Kuscheltiere, zauberhafter Kinderbücher, jeder Menge Papeterie und sehr viel Ambiente hatten wir die besten Stunden unseres Besuches. Eine Führung durch die Räume, Wissen über den Verlag, eine Einführung in das Sortiment und eine rege Diskussion über das am schnellsten wirkende Gift (aber darüber schweigen wir) und plötzlich wurde es draußen dunkel und der Nachmittag war vorbei. Aber dieser Start ins Buch Berlin-Wochenende wird uns noch lange im Gedächtnis bleiben. Es wurde noch lange darüber gesprochen.
Nach einem kurzen Besuch bei Dussmann und einem leckeren Abendessen ging es ab ins Hotel. Kraft tanken für das bevorstehende Wochenende.
Samstag – Buchmesse, wir kommen
Als alte Hasen kannten wir den Ablauf der Buch Berlin, es ging also ziemlich entspannt zur Arena. Nach dem Einlass, der wie immer schnell und problemlos verlief, machte ich erst einmal einen kleinen Rundgang, um mir einen Überblick zu verschaffen. Im zweiten Rundgang wanderte dann Buch um Buch in meine Tasche. Ich schwöre, ganz ohne mein Zutun. Die Tasche wurde voller und schwerer und plötzlich sagte mir mein Handy, ich soll doch bitte die physische Karte nutzen und dann musste ich mich bei jeder neuen Transaktion mit meinem Daumen identifizieren. Eine Frechheit, ich wollte doch nur Bücher bezahlen.
Für das Abendessen haben wir uns ein Restaurant in der Nähe gesucht, das wir schon von einem vergangenen Besuch her kannten. Es war wieder sehr lecker. Fast zu viel, aber Platz für ein Dessert war trotzdem noch. Logisch.
S-Bahn – Hotel – Bett. Wir sind Profis. Alles klappte reibungslos. (Dass wir an diesem Wochenende des Öfteren in die falsche Richtung fuhren, weiß ja keiner.)
Sonntag – habe ich noch ein Buch übersehen?
Mit gepacktem und irgendwie seltsam schweren Koffer ging es nach dem Frühstück zur Messe. Der Sonntag war noch entspannter als der Samstag. Ich schlenderte über die Messe, besuchte Lesungen, führte tolle Gespräche und fand doch immer noch ein Plätzchen für ein neues Buch in der schon vollgepackten Tasche.
Irgendwann entdeckte ich einen Stand, an dem ich mich zeichnen lassen konnte. Nach einem Foto, das mit dem Handy gemacht wurde, konnte ich meine Zeichnung nach 30 Minuten in Empfang nehmen. Als Foto für den Reisepass ist es nichts, aber decken wir den Mantel der künstlerischen Freiheit darüber.
Das Ende kam dann doch – wie immer – ganz plötzlich. Also stürzte ich mich ins Getümmel der S-Bahn. Die Bahn meinte es gut mit mir und brachte mich pünktlich nach Hause.
Gute Gespräche, alte Bekannte, neue Begegnungen und 18 Bücher, die sich völlig unbemerkt in meine Tasche geschlichen haben.
So könnte man mein Wochenende ganz einfach zusammenfassen. Das war sie also, die Buch Berlin 2026 und was soll ich sagen, das Hotel für 2027 ist schon gebucht. Wir kommen also wieder, schließlich gehören wir schon zum Inventar der Buch Berlin.
Nachtrag auf Antrag meines kleinen gelben Koffers: Besagter Koffer möchte anmerken, dass er nicht für den Transport so vieler Bücher ausgelegt ist und fragt nach, ob ich im nächsten Jahr bitte seinen großen Bruder mitnehmen könnte. Sein Antrag ist noch in der Prüfung. Ich werde berichten.
