Schon beim Lesen des Klappentextes wusste ich, das wird mein Buch und ich habe mich nicht getäuscht. Zwar lag das Buch schon bereit, aber ich habe es dann doch lieber gehört, weil alle den Sprecher lobten. Und sie hatten Recht. Diese Stimme, die übrigens Walter Kreye gehört, hat mich so richtig ins Buch gezogen.
Ich mochte Theo sofort. Er war einfach er selbst. Einfach Theo.
Wenn ich das Buch in wenigen Worten zusammenfassen müsste, würde ich das so tun: Ein Mann kommt in eine Stadt, entdeckt Bilder von Menschen, kauft sie und schenkt sie den Menschen, die darauf abgebildet sind. Daraus entstehen Begegnungen, Freundschaften und Verbindungen. Und während er die Geschichten der anderen kennenlernt, erfahren die Leser nach und nach etwas über ihn.
Aber das beschreibt nicht ganz, was dieses Buch mit mir gemacht hat. Kennt ihr das, wenn man einer Stimme lauscht und sich einfach treiben lässt und dabei Wort für Wort in die Geschichte abtaucht? So ist Theo. Es war wie eine Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte. Praktisch eine Geschichten-Matroschka, falls ihr diese Holzpuppen kennt, die immer mehrere kleinere Versionen von sich in sich tragen.
Wie beschreibe ich euch dieses Buch, ohne zu viel zu verraten? Diese Art von Rezensionen scheinen mich in letzter Zeit irgendwie zu verfolgen. Was nicht schlecht ist. Diese Bücher haben etwas mit mir gemacht, was wundervoll ist. Es kommt ganz nah an das heran, was Healing Fiction mit mir macht. Kennt ihr dieses Genre? Diese Geschichten, die beim Lesen irgendetwas im Leser auslösen? Genau das hat Theo in Golden mit mir gemacht.
Theo sieht Dinge in Menschen, die sie selbst nicht sehen
Was macht es mit einem Menschen, wenn da plötzlich jemand ist, der sich für einen interessiert? Jemand, der einen ernst nimmt, zuhört, ohne zu werten. Theo hinterlässt Spuren in all den Menschen, die er trifft. Spuren, die so tief sind, dass man sie eher spürt als sieht.
Und das Besondere daran ist, dass Theo diese Spuren gar nicht bewusst hinterlässt. Er hat keinen Plan, wie er das Leben der Menschen verändern könnte. Er möchte niemanden retten oder belehren. Er hört einfach zu, interessiert sich für ihre Geschichten und sieht manchmal etwas in ihnen, das sie selbst längst nicht mehr sehen können. Er ist einfach Theo.
Und genau dafür habe ich ihn so sehr ins Herz geschlossen.
Ich habe mich lange gesträubt, die Geschichte zu Ende zu hören. Mein Unterbewusstsein wusste genau, da kommt noch etwas und ich wusste nicht, was da auf mich zukommt. Und dann hat es mich völlig umgehauen, ganz tief nach unten gezogen und am Ende ganz wunderbar getröstet zurückgelassen.
Während ich Theo durch Golden begleitet habe, wurde ich selbst irgendwie ruhiger. Ich habe einfach zugehört, mich von einer Geschichte in die nächste tragen lassen und dabei völlig vergessen, dass ich eigentlich nur einem Hörbuch lausche. Ich war mittendrin. Bei Theo und den Menschen von Golden.
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| Autor: Allen Levi Titel: Theo in Golden Erschienen: September 2026 | Herausgeber: Piper Verlag Seiten: 480 ISBN: 978-3492074872 |
