Update 2026: Dieser Beitrag wurde ursprünglich 2019 veröffentlicht und jetzt überarbeitet, weil er plötzlich wieder häufiger gelesen wird. Und das allein ist schon eine Antwort auf die Frage.
2019 habe ich mir die Frage gestellt, ob Blogs ein Auslaufmodell sind. Heute, einige Jahre später, ist diese Frage wieder da. Nur fühlt sie sich ganz anders an. Damals waren es Instagram und Co., die alles zu überrollen schienen. Heute ist es zusätzlich KI, die Texte schreibt, Inhalte zusammenfasst und Antworten liefert, ohne dass man überhaupt noch auf einen Blog klicken muss.
Und trotzdem passiert gerade etwas Spannendes: Dieser Beitrag wird wieder gelesen.
Warum?
Was sich seit 2019 verändert hat
Die Art, wie wir Inhalte konsumieren, hat sich komplett verschoben. Social Media ist schneller geworden. Lauter. Austauschbarer. Ein Beitrag jagt den nächsten, ein Trend ersetzt den anderen.
Und Blogs? Die wirken dagegen fast… langsam.
Aber genau das ist plötzlich wieder ihre Stärke. Während man sich durch endlose Reels scrollt, bleibt ein Blogbeitrag.
Er wartet. Er verschwindet nicht einfach im Algorithmus.
Warum Blogs plötzlich wieder wichtig sind
Ich merke das nicht nur hier auf meinem Blog, sondern auch bei uns im Buchladen. Menschen wollen mehr als nur schnelle Empfehlungen. Sie wollen Hintergründe. Meinungen. Ein Gefühl dafür, warum ein Buch etwas mit einem macht.
Und genau das kann ein Blog leisten.
Ein Instagram-Post sagt dir vielleicht was du lesen sollst. Ein Blogbeitrag zeigt dir warum. Und dieses Warum wird gerade wieder wichtiger.
Was heute nicht mehr funktioniert
So ehrlich muss man sein: Einfach nur schreiben reicht nicht mehr.
Was früher funktioniert hat:
- schnell geschriebene Beiträge
- oberflächliche Inhalte
- „Ich habe auch mal was gesagt“
funktioniert heute kaum noch. Denn davon gibt es inzwischen mehr als genug. Auch von KI.
Ich will hier nicht unterstellen, dass Blogbeiträge von KI geschrieben werden. Aber auch ich nutze KI, das habe ich hier schon öfter gesagt. KI ist eine Hilfe. Mir hat sie gerade dabei geholfen zu entscheiden, ob ich diesen Beitrag einfach überarbeite oder ihn neu poste. Sie hat mir die Vor- und Nachteile aufgezeigt und ich habe entschieden, eine Überarbeitung ist fällig.
Was 2026 wirklich funktioniert
Was heute zählt, ist das, was man nicht kopieren kann:
- eigene Erfahrungen
- echte Emotionen
- eine klare Haltung
Ich merke das bei mir selbst. Die Beiträge, die gelesen werden, sind nicht die perfekten. Sondern die, in denen ich wirklich etwas zu sagen habe. Und manchmal sind das genau die, die schon Jahre alt sind.
Das freut mich und darum gibt es hier heute ein Update.

Warum ich trotzdem weiter blogge
Oder vielleicht gerade deswegen. Ich blogge nicht, weil ich glaube, dass Blogs „zurückkommen“. Ich blogge, weil ich merke, dass sie nie wirklich weg waren. Sie haben sich nur verändert.
Für mich ist mein Blog kein schneller Content. Er ist mein Ort für Gedanken, die mehr Platz brauchen.
Und vielleicht ist genau das der Punkt: In einer Welt, die immer schneller wird, brauchen wir Orte, die es nicht sind.
Für schnelle Gedanken oder Eindrücke nutze ich Instagram und wenn ich etwas längeres zu sagen habe, nutze ich meinen Blog.
Meinen Blog gibt es seit 2017. Ist das lang? Oder eher kurz? Mir kommt es noch gar nicht so lange vor. In der Zwischenzeit ist viel passiert. Mittlerweile hoste ich meinen Blog selbst. Bin noch dabei, alles zu lernen. Die DSGVO hat mich gezwungen, mich genauer mit dem zu beschäftigen, was ich hier mache. Aber ich lerne noch jeden Tag dazu.
Ich habe viel Unterstützung bekommen. Den Start hat mir eine Freundin erleichtert. Sie hat die Seite aufgesetzt und meinen Blog gehostet. Hätte ich mich ohne ihre Hilfe getraut? Ich weiß es nicht. Aber ich bin froh, es getan zu haben. Mittlerweile habe ich mir eine Agentur genommen, die meinen Blog nach meinen Wünschen neu aufgesetzt hat. Ich habe mich entschieden dafür eine größere Summe zu bezahlen und ich muss sagen, es hat sich gelohnt.
Und genau deshalb ist mein Blog für mich mehr als nur eine Plattform.
Ich liebe meinen Blog
Ich habe einiges geändert, mir ein neues Layout, sprich Theme, ausgesucht, einiges flog von der Seite, einiges kam neu dazu, bewährtes hat seinen Platz behauptet. Ich habe neue Themen dazu genommen. Alle lieben meinen kleinen Skoutzi. Wenn er sich zu Wort meldet, gibt es immer was zu lachen. Ich nehme mir immer vor, ihn wieder öfter zu Wort kommen zu lassen, aber es klappt eher weniger. Vielleicht ist er deshalb so beliebt, weil er nicht so oft auf meinem Blog auftaucht. Seit einigen Jahren führe ich ein Bullet Journal und lasse euch regelmäßig daran teilhaben. Ab und zu berichte ich auch über das Chaos, dass ich hier so anrichte. Ich sage nur: Blogumzug.
Wenn mir also etwas so viel Freue macht, ist es dann überholt? Ein Auslaufmodell? Liest keiner mehr Blogs?
Ist Bloggen also ein Auslaufmodell?
Ich glaube nicht. Ich glaube ganz fest, Bloggen ist ehrlicher geworden. Reduzierter. Vielleicht auch anspruchsvoller. Aber ganz sicher nicht überflüssig.
Und wenn ein Beitrag von 2019 plötzlich wieder gelesen wird, dann ist das vielleicht die ehrlichste Antwort, die ich darauf geben kann.
Die Mischung machts
Ich habe für mich entschieden, einfach alles zu mischen. Von jedem etwas. Alles als Ergänzung zu sehen. Was ich auf dem Blog schreibe, funktioniert auf Instagram nicht. Was ich bei Facebook poste, klappt bei Instagram nicht. Aber wenn ich meine Häppchen mal hier, mal da verteile, ergibt das eine tolle Mischung.
Wir müssen also umdenken. Es ist nicht mehr nur der Blog allein. Social Media ist eine Ergänzung. Man kann es einzeln sehen oder als großes ganzes. Klar bin ich enttäuscht, wenn auf meinem Blog nur 1 oder 2 Kommentare eintrudeln. Wenn aber ein Instagram Post explodiert und 100 Leute ihre Meinung sagen, bin ich wieder versöhnt. Da ist dann ein Austausch da. Das ist toll.
Ich freue mich über jede Markierung bei Instagram, über jedes Like bei Facebook und über jeden Abonnenten und jeden Kommentar auf meinem Blog. Ich mache mir keinen Stress mehr. Kein Gejammer, weil keiner auf dem Blog kommentiert, weil es nur wenige Abonnenten sind.
Momentan ist es gut so, wie es ist. Jedenfalls für mich.
Viele fragen sich heute: Ist Bloggen 2026 überhaupt noch relevant oder ein Auslaufmodell? Ich denke, mit meinem Beitrag gebe ich die Antwort darauf.
Was denkt ihr?
