In diesem Buch geht es darum, den Hintern hochzukriegen. Mein Hintern blieb unten, jedenfalls was diese Rezension angeht. Die wartet wirklich schon ziemlich lange darauf, dass ich meinen Hintern hochkriege.
Aber manchmal ist es eben so, dass die passenden Worte einfach nicht kommen wollen. Und irgendwie sind sie immer noch nicht da. Was mir sofort einfällt ist, wie sehr ich Jana Crämer mag. Sie ist die positivste Person, die mir je begegnet ist. Ihr Lachen ist so ansteckend, dass jede schlechte Laune gar keine Chance hat. Wer sie und ihre Bücher noch nicht kennt, muss das unbedingt nachholen.
Ehrlicherweise habe ich das Buch nicht gelesen, obwohl es hier in meinem Regal steht. Ich habe es gehört. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Sie liest es selbst. Und das ist ein Erlebnis für sich.
Was soll ich euch über dieses Buch berichten? Dass ich in jedem Wort ihre Ehrlichkeit gespürt habe? Dass ich die Kopfhörer nicht abnehmen wollte? Mein Arbeitsweg hätte noch viel länger sein können, damit ich einfach weiter ihrer Stimme lauschen konnte.
Unbewusst habe während des Hörens einige ihrer Ratschläge automatisch angewandt. Meine Atmung in Stresssituationen einzusetzen, um wieder runter zu kommen, mache ich heute noch und das ganz unbewusst, ganz automatisch.
Und vielleicht ist genau das das größte Kompliment, das ich diesem Buch machen kann. Ich habe es vor Monaten gehört und trotzdem ist etwas davon geblieben.
Es gibt Bücher, die liest oder hört man, findet sie gut und stellt sie anschließend ins Regal. Und es gibt Bücher, die sich irgendwo im Alltag einnisten. Bei denen man plötzlich etwas tut und erst später merkt: Moment mal, das habe ich doch daher. „Manchmal muss man sitzen, um den Hintern hochzukriegen“ gehört für mich eindeutig zur zweiten Sorte.
Dabei geht es in diesem Buch um nicht gerade leichte Themen. Jana Crämer verschweigt nichts und redet auch nichts schön. Trotzdem schafft sie es, ihren Humor einzusetzen, ohne dass die ernsten Momente dadurch ihre Bedeutung verlieren. Ihre lockere und humorvolle Art ließ mich automatisch weiterhören, auch wenn das Gehörte manchmal anstrengender wurde.
Ich wollte ihr einfach immer weiter zuhören.
Vielleicht fehlen mir deshalb selbst Monate später noch die richtigen Worte für diese Rezension. Weil ich das Buch gar nicht analysieren möchte. Ich möchte nicht einzelne Kapitel auseinandernehmen oder aufzählen, welche Ratschläge darin stecken.
Ich kann eigentlich nur sagen, was es mit mir gemacht hat. Es hat mich zum Lachen gebracht. Es hat mich nachdenken lassen. Es hat mir Dinge mitgegeben, die ich heute noch benutze. Und es hat mich daran erinnert, dass Veränderungen nicht immer mit einem riesigen Schritt beginnen müssen.
Manchmal reicht es vielleicht tatsächlich, erst einmal sitzen zu bleiben. Und dann irgendwann den Hintern hochzubekommen.
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| Autor: Jana Crämer Titel: Manchmal muss man sitzen, um den Hintern hochzukriegen Erschienen: November 2025 | Herausgeber: Knaur TB Seiten: 272 ISBN: 978-3-42657104 |
