Wenn ihr jetzt in meinen Kopf sehen könntet, wärt ihr genau so verwirrt wie ich. Ich möchte so viel schreiben, aber die Verbindung zwischen Kopf und Hand scheint nicht zu funktionieren. Ich würde euch so gerne erzählen, wie verrückt, unvorhersehbar und fantastisch dieses Buch ist, ohne euch zu erzählen, warum es so verrückt, unvorhersehbar und fantastisch ist.
Ich scheine nicht die Einzige mit diesem Problem zu sein. Vor einiger Zeit habe ich die Rezension vom Kaffeehaussitzer zu diesem Buch gelesen und musste schmunzeln. Ich würde seine Worte liebend gerne einfach kopieren, aber das würde er bestimmt nicht so gerne sehen. Falls ihr seine Rezension lesen möchtet, wartet bitte, bis ihr das Buch gelesen habt. Es sei denn, ihr mögt Spoiler.
Was soll ich hier also schreiben?
Vielleicht einfach darüber, was dieses Buch mit mir gemacht hat.
Von Anfang an wusste ich, Yester Year wird ein Buch, das mich nicht loslassen würde, das ich nicht aus der Hand legen könnte. Ich hatte Erwartungen und sie wurden nicht erfüllt und irgendwie doch. Ihr merkt schon, dieses Buch ließ mich wirklich verwirrt zurück.
Denn das, was ich erwartet hatte, bekam ich nicht. Jedenfalls nicht so, wie ich es erwartet hatte. Stattdessen bekam ich etwas, bei dem ich zwischendurch nicht einmal mehr wusste, was ich davon eigentlich halten sollte. Es gab tatsächlich Momente, in denen ich gezweifelt habe. Gefällt mir das gerade noch? Wo will diese Geschichte mit mir hin? Und was zur Hölle passiert hier eigentlich? Ich gebe zu, der Gedanke, es abzubrechen, war da. Aber irgendwas hielt mich davon ab.
Ich musste weiterlesen. Ich musste wissen, wohin mich Caro Claire Burke noch führt und ob das alles am Ende tatsächlich einen Sinn ergibt. Dabei hatte ich ständig irgendwelche Vermutungen im Kopf. Hab sie wieder verworfen. Es kamen neue und auch diese habe ich wieder verworfen. Und bei einigen war ich mir ganz sicher, dass ich die Autorin jetzt endlich durchschaut hatte.
Ihr könnt euch vermutlich denken, wie gut das funktioniert hat.
„Yester Year“ hat mit meinen Erwartungen gespielt. Immer wieder. Kaum hatte ich das Gefühl, jetzt zu wissen, was für ein Buch ich da eigentlich lese, konnte ich diesen Gedanken schon wieder vergessen. Und genau das hat mir so gut gefallen. Es war nicht vorhersehbar. Zu keiner Zeit. Bis zum Ende hat mich die Autorin von einer Verwirrung in die nächste manövriert und mit dem Ende hat sie mich völlig überrannt.
Normalerweise möchte ich euch in meinen Rezensionen erzählen, was mir an einer Geschichte gefallen hat. Ich möchte über Figuren sprechen, über Entwicklungen, über besondere Momente. Hier möchte ich das alles auch. Aber ich werde es nicht tun.
Denn ich glaube, „Yesteryear“ funktioniert am besten, wenn man möglichst wenig darüber weiß. Wenn man sich darauf einlässt, sich wundert, zweifelt, Vermutungen anstellt und sich gelegentlich fragt, was zur Hölle man da eigentlich gerade liest.
Und jetzt sitze ich hier, habe das Buch längst beendet und weiß noch immer nicht so richtig, wie ich euch erklären soll, was ich davon halte. Mir fällt nur ein Satz ein:
Was zur Hölle habe ich da gelesen?
Ich weiß es nicht. Aber es war jede Seite wert und ich wünsche euch, dass ihr das Buch genau so unvorbereitet lest, wie ich es getan habe. Völlig spoilerfrei. Mit euren eigenen Erwartungen.
Ich würde mich freuen, wenn ihr mir eure Gedanken zum Buch sagt. Was hat euch verwirrt? Warum wolltet ihr das Buch lesen? Und dann das Ende, was hat es mit euch gemacht?
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| Autorin: Caro Claire Burke Titel: Yester Year Erschienen: April 2026 | Herausgeber: Heyne Verlag Seiten: 464 ISBN: 978-3-453275355 |
